Neuruppin blamiert sich mit GISPortal

Dieser Tage wurde in der Lokalpresse Neuruppins neues GIS Portal angepriesen. Es soll sowohl für Einheimische als auch Touristen eine Informationsquelle sein für sogenannte POIs, also Point of Interests. Punkte von Interesse, wie Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte, Hotels. Maßgeblich aber soll das GIS Portal Informationen zu freien Baugrundstücken preis geben.

In Neuruppin herrscht seit langem Wohnungsnot.

Die Idee als solches ist in erste Linie nicht schlecht und so schaute ich mir das Portal gleich an. Ersteinmal fiel auf, das Portal funktioniert nicht.

Dies war einer technischen Panne geschuldet. Als das Portal dann wieder verfügbar war, fiel dem geneigten Benutzer erst einmal auf, es funktioniert nicht mit mobilen Geräten wie Smartphone oder Tablet. Es mag nicht jeder so sehen, ich finde ein neues Projekt, welches im Internet angeboten wird aber nicht auf mobilen Geräten funktioniert, grundsätzlich schon peinlich. Von der Qualität der Grafiken ganz abgesehen.

Im weiteren Verlauf stellte sich heraus, die Daten sind uralt. Mehrere Jahre!

Nun war meine Neugier geweckt. Ich schaute auf mein eigenes Grundstück. Mein Garten ist als Bauland ausgewiesen mit der Erlaubnis des Eigentümers, grundsätzlich nach einem Verkauf fragen zu dürfen.

Ach? Da hätte ich jetzt aber erwartet, dass jemand den Eigentümer, also mich, zuvor gefragt hätte. Dies war nicht geschehen. Offensichtlich ist dies auch mehrfach nicht geschehen, denn scheinbar gibt es eine ganze Reihe Beschwerden von Grundstückseigentümern.

Nun schaute ich mir an, welch ein Aufwand hinter einem solchen Service steckt. Informationstechnologie ist mein Metier. Binnen fünf Stunden zog ich alle erforderlichen Daten aus Openstreetmap zusammen und fertig war es, das Neuruppiner GISPortal. Der Fairness halber sei erwähnt, dass mir die Daten des Katasteramtes nicht zur Verfügung standen.

Fünf Stunden also. Interessant wäre es nun, wieviel Geld hat die Stadt Neuruppin ausgegeben?

Diese Frage wird wohl unbeantwortet bleiben. Niemand, weder die Pressesprecherin der Stadt Neuruppin noch der Projektleiter konnte oder wollte mir bisher darüber Auskunft geben, was dieses Projekt bisher wirklich gekostet hat noch, was es regelmässig kostet. Nur, es sei hauptsächlich mit Fördermitteln des Landes Brandenburg entstanden und mit diesen auch betrieben.

Also ist das Neuruppiner GIS Portal wohl nur wieder eines der Projekte, die einfach nur dafür da sind, um Geld in dunklen Kanälen versiegen zu lassen .
Wäre es doch wenigstens qualitativ nicht so peinlich.