Ruppiner Kliniken, eine Lüge jagt die nächste

Neuruppin – Als im April 2020 die Corona-Pandemie ihren Lauf nahm, begab sich Klaus B. aufgrund einer Notfallsituation in die Notaufnahme der Ruppiner Kliniken. Doch diese war geschlossen. Auf der Suche nach ärztlicher Hilfe fand B. aus Versehen die Corona-Notfallambulanz, in der laut Presseberichten der MAZ eine tägliche Sprechstunde stattfinden sollte. Doch diese Station gab es überhaupt (noch) nicht. Extrem sauer, vielleicht, weil B. möglicherweise den ersten Corona-Abrechnungsbetrug aufgedeckt hatte, sprachen die Ruppiner Kliniken B. ein lebenslanges Hausverbot aus. Im weiteren Verlauf drangen, ja nötigten beinahe, die Justiziare der Ruppiner Kliniken die Neuruppiner Staatsanwaltschaft, ein Strafverfahren gegen B. zu eröffnen. Nach der vierten formellen Beschwerde reagierte die Staatsanwaltschaft und erließ einen halbherzigen Strafbefehl gegen B. Der legte jedoch Widerspruch ein und nun wird die Sache vor Gericht verhandelt. Zwischenzeitlich wurde von der zuständigen Richterin festgestellt, die Ruppiner Kliniken waren im fraglichen Zeitraum geschlossen für jeglichen Patientenverkehr. Nur Angestellte und bereits vorhandene Patienten hatten noch Zutritt. Klaus B. wollte es genauer wissen und sorgte für eine kleine Anfrage bei der Landesregierung Brandenburg. Die aber wissen nichts von einer Schließung der Ruppiner Kliniken. Überhaupt weiß die Landesregierung erschreckend wenig über die Dinge in den Brandenburger Krankenhäusern während der Corona-Pandemie, so dass die kleine Anfrage (Drucksache 7/4216) nun wohl Gegenstand weiterer Untersuchungen werden dürfte.
Nicht weiter verfolgt wurde die Strafanzeige von B. gegen die Ruppiner Kliniken wegen unterlassener Hilfeleistung. B. wurde wenige Tage nach diesem Vorfall unter akuter Lebensgefahr in ein rund 100 Kilometer entferntes Krankenhaus eingeliefert. Dieser Umstand wird von seitens der Ruppiner Kliniken gerne und oft abgetan mit einer Schutzbehauptung. Die Atteste der Ärzte sprechen da eine ganz andere Sprache. Nur einen Tag später wäre B. nach Überzeugung aller beteiligten Ärzte mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr am Leben gewesen. Die Ruppiner Kliniken halten dies derweil weiterhin für eine Lüge.