Messdatenerfassung im Ruppiner See gestartet

Neuruppin – Mit fast neun Monaten Verspätung, konnte gestern endlich die erste Dauermessboje für die Erfassung von Langzeitklimadaten im Ruppiner See installiert werden. Die Gründe für die Verspätung waren vielfältig. Von Corona-Maßnahmen über nicht verfügbare Liegeplätze für ein Boot bis hin zu Fehlkonstruktionen der Druckkörper und unzureichender Sensoren der Messtechnik.
Interessanterweise waren die Genehmigungen der zuständigen Behörden kein Grund für eine Verzögerung. Viel mehr meldeten alle Behörden ein großes Interesse an den Messdaten an.
Beauflagt wurde einzig, eine Fahrwassertiefe von zwei Metern zwingend einzuhalten. Kein Problem, erklärte Klaus Baumdick, verantwortlicher für dieses weltweit einmalige Projekt. Wir messen auf dem Grund und zwar in möglichst großer Tiefe. Dies stellte sich im Nachhinein zwar als problematisch dar, denn die Strömungen auf Grund sind mitunter so stark, dass die unter Wasser 40 kg schweren Bojen sogar abgetrieben wurden. Das allein sei schon ein erster großer Erkenntnisgewinn, denn allgemein ist bekannt, der Ruppiner See habe so gut wie keine Strömung.
Man teste jetzt erstmal und ziehe hoffentlich schon Daten, dann werden wir weiter sehen, was man noch verbessern kann, so Baumdick weiter.
Für das Unterwasser-Filmprojekt bedeutet die Erkenntnis der Strömungen indes eine weitere Verzögerung, da das ursprüngliche Konzept eines gezogenen U-Bootes so nicht funktioniert.
Die Boje steht jetzt auf Grund in einer Tiefe von knapp acht Metern. Die Messdatenaufzeichnung wurde definiert auf 20:00 Uhr am 07. August 2021.
Diese Form der Langzeitmessung für Binnengewässer ist weltweit einmalig und wird in ähnlicher Form nur in den Weltmeeren durchgeführt. Dort treiben die Bojen allerdings in grosser Tiefe . Eine Idee, die Baumdick gerne auch noch aufgreifen möchte um das Strömungsverhalten besser verstehen zu können.