Ruppiner Kliniken – wurde der Chef rausgemobbt?

Als kürzlich der Geschäftsführer der Ruppiner Kliniken, Dr. Matthias Voth, völlig überraschend seine Sachen hinwarf und sozusagen fristlos kündigte, war bei uns die Freude, dies können wir nicht verheimlichen, groß. Immerhin gehörte Dr. Voth nach unserem Kenntnisstand maßgeblich zu denen, die Klaus Baumdick mit Schreiben aus April 2020 auf Lebenszeit den Zutritt zum einzigen Krankenhaus im Umkreis von 30 Kilometern verwehren, weil dieser im April 2020 aus Versehen in der mit Millionen Euro vom Bund gesponsorten Corona-Abteilung ein Video drehte, wobei es diese Abteilung zum damaligen Zeitpunkt überhaupt nicht gab, obwohl dies von der Klinik-Geschäftsleitung propagiert wurde.

Doch nun tauchte ein Schreiben des Landrates an den Kreistag auf, in dem der Landrat Ralf Reinhardt Stellung bezieht.
So soll Dr. Voth mehrfach vorgeworfen worden sein, in den letzten vier Jahren seien mehr als 30 Chef- und Oberärzte aufgrund seiner eklatant schlechten Führungsqualitäten gegangen.
Reinhardt erklärt hierzu, es habe sich um ganz normale Abgänge gehandelt.
So weit, so gut.
Doch im weiteren Verlauf erklärt Reinhardt, der Aufsichtsratsvorsitzende Ronny Kretschmer (Die LINKE) habe Voth quasi in Eigenregie vor die Tür gesetzt.
Kretschmer ist selbst erst seit dem 25. Januar 2021 Aufsichtsratsvorsitzender, nachdem sein Vorgänger Marco Liebsch (SPD) nach nur einem Jahr gefeuert wurde.

Reinhardt ließ den Sachverhalt von einer Fachanwaltskanzlei prüfen. Dieser stellt zusammenfassend fest, daß Kretschmer in Eigenregie und ohne den Aufsichtsrat überhaupt einzubinden, einen Aufhebungsvertrag mit Voth geschlossen hat. Doch der Aufsichtsrat hätte in den Vorgang involviert werden müssen. Weiterhin stellt der Anwalt fest, dass der Aufhebungsvertrag somit nichtig ist, Dr. Voth also quasi nach wie vor Geschäftsführer der Ruppiner Kliniken, respektive der PRO Klinik Holding GmbH sei.

Inwieweit der Aufsichtsrat Dr. Voth weiterhin als Geschäftsführer behalten möchte, sei dahingestellt. Faktisch kann der Aufsichtsrat aber nun erklären, dass Voth weiterhin Geschäftsführer bleibt, so er dies möchte.

Tatsache ist aber, die Machtspielchen innerhalb der Ruppiner Kliniken, bzw. der PRO Klinik Holding GmbH, die zu 100 Prozent dem Landkreis OPR gehört, und der Politprominenz des Kreistages erreichen immer wieder neue Bestmarken. Man scheint sich ein Wettrennen mit den Behörden des Kreises liefern zu wollen. Sieger scheint zu sein, wer mehr Leichen im Keller unterbringen kann.