Armselige Veranstaltung von Neuruppin bleibt Bunt am Holocaust-Gedenktag

Neuruppin – Heute startete um 16:00 Uhr in der Neustädter Straße Nr. 46 eine Versammlung zum Gedenken der Holocaustopfer. Als Veranstalter trat Martin Osinski mit seinem Verein “Neuruppin bleibt Bunt” auf. Während seiner Eröffnungsrede vor etwa 40 Teilnehmern relativierte Osinski die Gräueltaten des Holocaust und zog Vergleiche zu von ihm sogenannten Impfgegnern, welche mit Judensternen mit der Aufschrift “Ungeimpft” umherlaufen.
Ganz offensichtlich hat Osinski sich niemals mit der wahren Geschichte des Holocaust beschäftigt und bläst nur in das allgemeine Horn der massenhaften Vergasung in den Konzentrationslagern. Doch die Judenverfolgung begann viel früher und sehr viel subtiler. Wer sich anmaßt, den Opfern des Holocaust zu gedenken, der muss die Geschichte der Judenverfolgung im Dritten Reich kennen, um nicht selbst wie ein Propagandist zu erscheinen. Die Judenverfolgung selbst begann bereits im Jahr 30 oder 31 n.Chr. und gipfelte in der massenhaften Tötung in den Vernichtungslagern des Deutschen Faschismus. Am 13. November 1938 wurde durch die Medien die Anweisungen Görings bekannt gegeben, dass Juden von nun an Schadenersatz für den Mord an Ernst von Rath in Paris zu begleichen haben. Eine Milliarde Reichsmark sollten die Juden aufbringen. Ab diesem Tag durften Juden nicht mehr in Theater, Kinos oder Konzerte gehen. Im weiteren Verlauf wurden Restaurantbesuche für Juden verboten. Später durften Juden auch nicht mehr beschäftigt werden. Wenn jedoch Gegner einer Impfpflicht daran erinnern und sich wie verfolgte Juden fühlen, weil sie selbst nicht in Theater, Kinos, Konzerte oder Restaurants dürfen, sondern dieses Privileg nur vollständig geimpften Menschen, also den “besseren Menschen” vorbehalten ist, dann lassen sich erschreckende Parallelen ziehen.  Ein Berufsverbot in weiten Teilen für Ungeimpfte steht unmittelbar bevor und es werden aus der Politik immer wieder Forderungen laut, einen generellen Impfpass einzuführen und jeden Ungeimpften von der Arbeit vollständig auszuschließen. Eine Art Impfpass, um den Status seines Blutes nachzuweisen, gab es auch im Dritten Reich. Damals hieß es Ahnenpass, der zum Nachweis der Reinheit seines Blutes vorgeschrieben war und mit dem Menschen aus der Gesellschaft ausgeschlossen wurden.  Osinski ficht dies nicht an und beschuldigte diese Menschen der Verharmlosung des Holocaust. Hier wäre es ganz sicher wichtiger gewesen, an das grausame Leid zu erinnern, welches den möglicherweise sechs Millionen getöteten Juden angetan wurde. Eine genaue Zahl der Opfer ist bis heute nicht bekannt. Doch Osinski, der vorgibt, sich für Vielfalt und Demokratie einzusetzen, nutzte seine Veranstaltung für reine Propaganda gegen die ihm scheinbar verhassten Gegner einer aufkommenden Impfpflicht. Hierbei wurde Osinski tatkräftig von Rotweinkenner und Berufsgrünem Wolfgang Freese unterstützt, der die besuchten Stolpersteine polierte. Angekündigt wurden ebenfalls Reden des Neuruppiner Bürgermeister Nico Ruhle, der seit fast einem Jahr im Amt ist und statt seiner 103 Wahlversprechen ebenfalls lieber Werbung für die Corona-Impfung macht sowie dem Landrat des Kreises Ralf Reinhardt. Ich habe es vorgezogen, diesen Reden fernzubleiben. Im Übrigen war die Anwesenheit von mehreren Vertretern der AfD sowie einigen Impfgegnern augenscheinlich sowohl bei Osinski als auch den Teilnehmern nicht erwünscht. Zu den üblichen aktiven Anfeindungen wie in der Vergangenheit kam es jedoch nicht.

In der Erinnerung und als Mahnung an vergangene und aufkommende Gräueltaten möchte ich auf eine Standardliteratur verweisen, die wie kaum eine andere Einblicke in das Leben der verfolgten Juden im Dritten Reich gibt. Es handelt sich um das Buch “Zahnarzt in Auschwitz. Häftling 141129 berichtet” von Benjamin Jacobs.