Bürgermeister für klare Verhältnisse – Wustrauer Landesteg abgerissen – Lasst es raus treiben!

Das hatte sich Arnd Heymann sicher nicht träumen lassen, als er vor einigen Jahren den Wustrauer Steg für sechstausend Euro vom Insolvenzverwalter über das Vermögen der SSG GmbH regulär erwarb.
Niemand wollte den Steg haben. Das hat Heymann sogar schriftlich. Kurz vor der Insolvenz erbat sich der Geschäftsführer der SSG von der Gemeinde Fehrbellin eine finanzielle Hilfe für dringend anstehende Reparaturen des baufälligen Stegs, welcher zur damaligen Zeit gewerblich für Passagiere genutzt wurde.
Doch die Gemeinde lehnte ab. Begründung: Der Steg befindet sich in Privatbesitz und die Gemeinde hat nichts mit Privatbesitz zu tun
(Schreiben liegt der Redaktion vor).

Öffnen der Barrikaden, welche durch den Bürgermeister im Auftrag angebracht wurden

Auch die Fahrgastschifffahrt Neuruppin interessierte sich nicht für den Steg. Nichteinmal die Versicherungsprämie für eine Haftpflichtversicherung wollte sie an den neuen Eigentümer zahlen. Immerhin rund sechstausend Euro im Jahr.
Doch als der Kauf dann rechtskräftig wurde und Heymann erklärte, keinen gewerblichen Verkehr mehr über den baufälligen Steg passieren zu lassen, wachten die Betroffenen plötzlich auf und merkten, der Steg wäre doch nicht so unwichtig, zumal sich die Anwohner nun massiv beim Bürgermeister beschwerten.
Doch der Kauf war rechtmäßig. Da half nur noch das in den neuen Bundesländern gern praktizierte Faust- und Kampfrecht.
Als diverse Versuche des Bürgermeisters Mathias Perschall (er ließ in einer Nacht- und Nebelaktion Barrikaden aufbauen und den Steg mittels Dachlatten als Speere und Nato-Draht gegen das anlegen von Booten sichern) nicht fruchteten, wurde kurzerhand im Stegregister die Gemeinde Fehrbellin als Eigentümer eingetragen und Heymann die Räumung erklärt.
Und die fand heute statt.

Fehrbellin wollte den Steg haben – aus Frust riss sie ihn ab

Mit Kettensägen bewaffnet liefen insgesamt um die 25 Personen von Bauhof, Ordnungsamt, Polizei, Anwalt und Bürgermeister nebst Gerichtsvollzieherin auf und ließen ihren Worten Taten folgen.
Da nutzte es auch nichts, als Arnd Heymann sein Hausboot (60.000 Euro, 12 Meter lang) wieder am Steg befestigte. Wir standen hinter Perschall, als dieser zu den Arbeitern rief “Macht das Boot los und lasst es auf den See raustreiben”. Der Wind stand günstig und das Hausboot wäre binnen kürzester Zeit in die angrenzenden Yachten getrieben worden, so dass wir zur Schadenbegrenzung über den Polizeinotruf Unterstützung rufen mussten, um einen möglichen Schaden zu begrenzen. Welch Wahnsinniger sitzt da auf dem Bürgermeisterstuhl, kann man sich nur fragen.

Rasend schnell wird der Steg kurz und klein gemacht

Doch diese Kleinstadtposse ist noch nicht zu Ende.
Nun geht es in die nächste Runde, erklärte Arnd Heymann. Da geht es um Schadenersatz und vor allem darum, für was er einen Kaufpreis bezahlt habe.
Von der Stadt Fehrbellin war niemand der Anwesenden zu einer Stellungnahme gegenüber iO bereit.
Dafür gab es Ghettogrüsse (Faust auf Faust statt Handschlag), freien Kaffee und Bier und munteres beisammen sein mit dem neuen Betreiber des Seeschlösschen.
Auch in der Vergangenheit wollte seitens der Stadt Fehrbellin niemand zur Sache mit uns sprechen.
Die Gerichtsvollzieherin versuchte sogar, uns einen Platzverweis zu erteilen.
Die Presse sei hier generell nicht erwünscht, hieß es. Und so verwunderte es nicht, dass wir die einzig anwesenden Medienvertreter waren.

Der Hotelier reißt den Arm zum Sieg nach oben. Fragt sich, was er eigentlich damit zu tun hat

Die Anwohner schauten zumindest mit großen Augen dem Treiben zu und verstanden die Welt nicht mehr. Sie wollten den Anlegesteg haben und wollten wieder eine Fahrgastschiffahrt.
Doch nun haben sie gar nichts mehr.

Ob der Bürgermeister via Whats App von seinen großen Taten berichtet? Mit uns wollte er nicht reden.