Warum die Molchowbrücke so teuer wird

Seit geraumer Zeit wird immer wieder über die Fussgängerbrücke über den Molchowsee berichtet und noch sehr viel mehr diskutiert.

Ursprünglich sollte die Brücke 700.000 Euro kosten, mittlerweile wird berichtet, dass man mit mehr als 2 Millionen Euro nicht hinkommt.

Die Aufregung ist gross, auch wir hatten schon darüber berichtet aber wir haben trotzdem einmal nachgefragt bei dem zuständigen Baudezernenten Arne Krohn

und hier kam wieder einmal das zu Tage, was immer zu Tage kommt, wenn man einmal nachfragt.

So erklärte Arne Krohn: „Bei der Planung der Brücke waren neben den Kriterien der Investitionskosten auch die Kosten der späteren Unterhaltung im Lebenszyklus die wichtigsten Entscheidungsgrundlagen. Vor diesem Hintergrund wurde festgestellt, dass eine Einfeldbrücke, das heißt eine Konstruktion, die im Ganzen ohne Stützen als Zwischenauflager über das Gewässer spannt, diesen Anforderungen am besten entspricht. Die entsprechenden Planung wurde dementsprechend in den Jahren 2014/15 mit entsprechenden Kostenschätzungen fertiggestellt.“

Man sei zu diesem Zeitpunkt von einer Summe von ca. 700.000€ ausgegangen.

Diese Kostenschätzung sei nach DIN 276 vorgenommen worden und basierte auf entsprechenden Baukostenindizes, die sich aus Baukostensammlungen der Vorjahre speisten.

Nach Fertigstellung der Planung sei dann jedoch über einen sehr langen Zeitraum die Gestaltung und Bauweise der Brücke hinterfragt und über Alternativen diskutiert worden.

Dieses Argument kann man wohl sehr gut nachvollziehen, denn es ist absolut nachvollziehbar und betrifft so ziemlich jedes Thema im Kreis, dass alles und jedes bis ins kleinste Detail ausdiskutiert wird.

Die konkrete Ausschreibung der Bauleistungen konnte dann erst am 10.04.2018 veröffentlicht werden, die Submission fand am 22.06.2018 statt. Bereits zur Ausschreibung wurden die Stadtverordneten informiert, dass die ursprüngliche Kostenschätzung durch die zu diesem Zeitpunkt bereits spürbaren Preissteigerungen in der Bauwirtschaft
nicht mehr gehalten werden können. Das Ausschreibungsergebnis hat dieses dann mit in dieser Höhe nicht vorhersehbaren Angeboten bestätigt bzw. weit übertroffen.
Insgesamt gingen nur vier Angebote ein und daraus wurde das wirtschaftlichste ausgewählt.

Zu berücksichtigen ist auch, dass die Kosten für Naturschutzauflagen sich von ursprünglich 20.000 auf 200.000 Euro verzehnfacht haben.

Auch hat sich gegen den Bau der Brücke der Ortsbeirat ausgesprochen und für einen langen Streit gesorgt. Die Brücke sei viel zu mächtig, argumentierte man, diese würde nicht in die Landschaft passen.

Schlussendlich wurde das Projekt dann von Bürgermeister J.-P. Golde durchgeboxt und heute weiss niemand, wie die Brücke eigentlich wirklich schlussendlich aussehen wird.

So könnte die neue Molchowbrücke einmal aussehen (Quelle Stadt Neuruppin)